Der Pirat & The AI Leader: KI Prompting
Was passiert, wenn die Eingabe an eine KI plötzlich zum Spiegel für Führung wird? In dieser Episode sprechen Der Pirat Florian Wieser und The AI Leader Dennis Preiter darüber, warum Prompting weit mehr ist als ein technisches Skillset und weshalb sich darin zeigt, wie wir denken, kommunizieren und Verantwortung übernehmen.
Im Kern geht es um eine einfache Beobachtung: Wer bessere Ergebnisse will, muss bessere Eingaben machen. Und genau das kennen Führungskräfte aus dem Alltag. Briefings, Delegation, Zielbilder, Kontext, Prioritäten. Die Maschine macht sichtbar, was im zwischenmenschlichen Raum oft verdeckt bleibt.
Was Prompting eigentlich bedeutet
Dennis startet mit einer Klärung: Prompting ist schlicht die Eingabe an eine KI. Doch diese Eingabe ist nicht nur Text in einem Fenster. Sie enthält Absicht, Struktur und Erwartung. Je klarer, konkreter und sinnvoller die Eingabe, desto brauchbarer das Ergebnis.
Und hier liegt die Brücke zu Leadership. Auch Führung ist eine Form von Eingabe in ein System. Eine Aufgabe wird übergeben und am Ende steht ein Resultat. Die Frage ist nur: Woher soll das Gegenüber wissen, was gemeint ist, wenn die Führungskraft es selbst nicht sauber formulieren kann?
Klarheit als Skill und als Zumutung
Flo bringt einen Druckpunkt auf den Tisch, den viele kennen: Der Ruf nach Klarheit wirkt oft wie ein zusätzlicher Leistungsdruck. Sei klar, sei präzise, liefere perfekte Ansagen. Und manchmal ist man als Mensch schlicht nicht klar. Punkt.
Im Gespräch entsteht daraus eine wichtige Entlastung: KI kann ein schneller Feedbackraum sein. Man kann etwas roh hineingeben, eine erste Version bekommen, nachschärfen, zurückfragen, neu formulieren. Dadurch entsteht ein Vorzimmer, in dem man Gedanken sortiert, bevor man mit echten Menschen in Kontakt geht.
Ziel, Rolle, Kontext und Grenzen
Dennis beschreibt, was gute Prompts ausmacht und warum das zugleich gute Führung beschreibt.
Erstens die Rolle. KI weiss nicht automatisch, ob sie gerade Assistenz, Anwalt, Projektmanagement oder Sparringspartner sein soll. Diese Rolle muss man vergeben. Führungskräfte kennen das. Auch Mitarbeitende brauchen ein klares Bild davon, welche Art von Beitrag gerade gefragt ist.
Zweitens das Ziel. Was soll am Ende herauskommen? Drittens das Nichtziel. Wo soll ausdrücklich nicht abgebogen werden? Viertens die Struktur. Je komplexer die Aufgabe, desto wichtiger sind klare Blöcke, Stichpunkte und eine nachvollziehbare Ordnung.
Und dann kommt ein Punkt, der in Teams oft zu kurz kommt: Rückfragen explizit erlauben und einfordern. Dennis empfiehlt Formulierungen wie: Wenn du dir nicht sicher bist, beantworte es nicht, frag lieber nach. Genau das ist auch Führungskultur. Ohne diese Einladung entsteht Schweigen und stilles Raten.
Wenn Gefallenwollen zum Risiko wird
Ein spannender Teil ist der Hinweis auf eine Eigenheit vieler KI Systeme: Sie widersprechen oft zu selten, weil sie gefallen wollen. Dennis benennt das als Problem, das man aktiv managen muss. Flo erkennt darin ein bekanntes Muster aus Organisationen. Mitarbeitende wollen oft ebenfalls gefallen, sei es aus Karrieregründen, Sicherheitsbedürfnis oder weil Feedbackkultur fehlt.
Die Parallele ist unbequem und hilfreich: Wenn ein System eher Zustimmung produziert als Klärung, muss Führung den Rahmen ändern. Bei KI durch klare Anweisung zum Nachfragen. Im Team durch echte psychologische Sicherheit und gelebte Einladung zur Kritik.
Prompting als Trainingsraum für Delegation
Im Gespräch wird deutlich, warum Prompting als Leadership Übungsfeld funktioniert. Man bekommt sofort Rückmeldung. Wenn ein Prompt vage ist, wird das Ergebnis diffus. Wenn Kontext fehlt, entstehen Annahmen. Wenn Prioritäten unklar sind, wird nach irgendwelchen Prioritäten sortiert.
Dennis formuliert es zugespitzt: Prompting ist wie Delegieren. Man kann es lernen. Man sollte es lernen. Und wer prompten lernt, trainiert damit Delegation.
Ein besonders praktisches Beispiel im Gespräch: Drei Varianten derselben Aufgabe.
Eine unklare Version wie „Schreib einen Text über Leadership“ lässt alles offen. Eine klarere Version nennt Zielgruppe und Länge. Eine sehr gute Version ergänzt Stil, Format, Anzahl Vorschläge und bittet am Ende um eine Rückfrage oder Auswahl, bevor ausgearbeitet wird. Dieses Stufenmodell macht sofort sichtbar, wie stark Ergebnisqualität an Eingabequalität gekoppelt ist.
Warum Klarheit und Kreativität im Widerspruch stehen dürfen
Flo und Dennis streifen auch die Paradoxien, die sowohl in KI Arbeit als auch in Führung auftauchen.
Mehr Klarheit erzeugt oft mehr Präzision und zugleich weniger Überraschung. Mehr Automatisierung spart Arbeit und erhöht gleichzeitig Verantwortung, weil Kontrolle und Qualitätssicherung neu organisiert werden müssen. Auch Bias ist ein Thema. Man will Verzerrungen vermeiden und bringt mit jeder Eingabe eigene Denkrahmen wieder hinein.
Die Aussage ist nicht, dass es eine perfekte Lösung gibt. Sondern dass Führung in diesen Spannungen navigiert. Prompting macht diese Spannungen schneller spürbar.
Stimme statt Tippen und warum das auch Führung betrifft
Am Ende wird es alltagstauglich. Flo fragt nach Spracheingabe. Dennis sagt: Er spricht besonders gern rein, wenn er noch nicht strukturiert ist. Laut denken, Idee abladen, dann die KI bitten, es zu strukturieren und zurückzuspiegeln, was sie verstanden hat.
Das ist ein starkes Führungsprinzip in einfacher Form: Erst gemeinsam klären, was gemeint ist. Dann strukturieren. Dann ausführen. Und zum Schluss prüfen, ob das Verständnis übereinstimmt.
Eine kleine Übung für nach der Episode
Dennis gibt eine einfache Aufgabe mit: Öffne das Chatfenster und gib eine Aufgabe so ein, dass die KI gar keine Chance hat, etwas Falsches zu liefern.
Das gelingt, wenn du vier Dinge mitgibst:
- Rolle
- Task Aufgabe
- Format
- Rückfrage am Ende
Zum Beispiel: „Du bist mein Projektmanager. Erstelle mir einen Plan für X. Ziel ist Y. Nichtziel ist Z. Gib mir das als Liste mit Meilensteinen. Wenn dir Infos fehlen, frag zuerst nach.“
Fazit
Diese Episode ist weniger ein Technik Talk und mehr ein Leadership Gespräch mit einem neuen Spiegel. Prompting zeigt schonungslos, wie wir Klarheit herstellen, Kontext geben, Erwartungen formulieren und Räume für Rückfragen öffnen.
Wer mit KI arbeitet, übt Führung. Und wer Führung ernst nimmt, wird beim Prompting plötzlich sehr schnell sehen, wo Kommunikation trägt und wo sie nur hofft.
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