40 Tabs im Kopf - mein Kopf

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40 Tabs im Kopf - mein Kopf

 

Mein Kopf hat immer mindestens 40 Tabs offen. Der neurotypische Reflex: Fokus! Ignoriere ich.

Die neurotypische Welt liebt diese Idee. Bleib bei einer Sache. Verzettel dich nicht. Fokus, Fokus, Fokus. Jedes Business-Buch, jeder Productivity-Guru, jeder Algorithmus predigt dasselbe.

Ich auch. Jahrelang. Bis ich aufgehört habe, mir das glauben zu machen.

 

 

Warum die neurotypische Welt falsch liegt

Eine Studie des European College of Neuropsychopharmacology zeigt: Menschen mit ADHS-Merkmalen schneiden bei Kreativitätstests besser ab. Oh Wunder! Besonders bei der „out-of-the-box"-Kreativität. Der Schlüssel liegt im bewussten Gedankenwandern, im Verbinden von Tab 3 mit Tab 27. Das geht?

Gerade gestern habe ich das in einem Pitch-Call gehört: Du bist der Einzige ausserhalb der Box. Die anderen können wir zusammenfassend in eine Box stecken. Hell yeah!

Das Gehirn mit 40 Tabs ist ein anderes Betriebssystem. Eines, das Muster sieht, die lineare Denker*innen übersehen. Das Punkte verbindet, bevor andere überhaupt wissen, dass es diese Punkte gibt.

 

 

Was mir die neurotypische Welt eingeredet hat

Jahrelang dachte ich, ich müsste Tabs schliessen. Mich anpassen. Endlich mal dranbleiben. Das Gefühl, falsch verdrahtet zu sein, war mein ständiger Begleiter. Bis ich kapiert habe: Die neurotypische Welt verkauft nur eine Art zu denken als normal.

Und das ist eine Lüge. Eine gut gemeinte manchmal, aber eine Lüge.

 

 

Was du damit tun kannst

Feiere deine 40 Tabs. Finde die roten Fäden zwischen deinen Interessen. Umgib dich mit Menschen, die Vielfalt mitfeiern. Und hör auf, dich in eine Form zu pressen, die nie für dich gemacht war.

Der Pirat sagt: Deine 40 Tabs sind dein Schatz. 

 

Wie viele Tabs hast du gerade offen?

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